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Steuersystem und Prinzip des Steuereinzugs

Das derzeit geltende russische Steuersystem ist relativ neu und viele Konzepte und Fragen der Besteuerung, die für die meisten Marktwirtschaften Standard sind, tauchen in Russland gerade erst auf. Wenn die staatlichen Behörden in Russland neue Konzepte verabschieden, werden sie oft nicht so wie im Westen oder in anderen Ländern mit entwickelten Steuersystemen angewendet.

Heute sind die Reformen im Bereich der Besteuerung bezüglich der Ordnung und Reduzierung der zahlreichen normativen Dokumente im Wesentlichen abgeschlossen. Der russische Steuerkodex legt die Gesamtheit der allgemeinen Besteuerungsprinzipien, der Rechte und Pflichten der Steuerzahler und Steuerbehörden fest und enthält eine Beschreibung der zu entrichtenden Steuern sowie weitere Bestimmungen.

Der Staat hat vor, bestimmte Bestimmungen zur Bekämpfung der Steuerflucht zu erlassen (einschließlich der Einführung von Regeln, die ausländische Unternehmen kontrollieren, des Konzepts des Nutzeigentümers, von Prinzipien zur Bestimmung des Steuersitzes eines Unternehmens auf Grundlage internationaler Prinzipien, die international Anwendung finden, sowie einiger Änderungen in Bezug auf Finanzierungsstrukturen). Dazu gehört auch, dass die Anweisungen von Gerichten der höchsten Instanz bestimmte Vorgehensweisen vorsehen, um die Steuerflucht zu bekämpfen, einschließlich des Konzepts des unbegründeten Steuervorteils. Die Steuerbehörden wenden diese Ansätze an und ergreifen Maßnahmen, um gegen die aggressive Steuerflucht vorzugehen. Indem sie so vorgehen, beginnen sie einen Ansatz anzuwenden, der im Kern den Vorrang des Inhalts vor der Form bedeutet.

568.000

Ein jährliches Einkommen, das 568.000 russische Rubel (ungefähr 14.200 Euro) pro Arbeitnehmer nicht übersteigt, wird mit einem Satz von 30% besteuert.

Gesetzgebung im Bereich der Verrechnungspreise

Zum 1. Januar 2012 ist ein neues Gesetz zu Verrechnungspreisen in Kraft getreten. Im Unterschied zu den vorher in Russland geltenden Prinzipien für Verrechnungspreise ist das neue Gesetz genauer und insgesamt stärker auf die internationalen Verrechnungspreisprinzipien abgestimmt, die von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ausgearbeitet wurden.

Die wichtigsten Änderungen sind:

  • die Veränderung der Liste von Geschäften, bei deren Abschluss die russischen Steuerbehörden die Preisgestaltung zum Zweck der Besteuerung kontrollieren können;
  • die Erweiterung der Liste voneinander abhängiger Parteien;
  • die Steuerbehörden haben jetzt das Recht, die Preise zu kontrollierender Geschäfte auf ihre Übereinstimmung mit den Marktpreisen zu überprüfen;
  • die Einführung des Prinzips, dass Geschäfte zu Marktbedingungen abgeschlossen werden müssen, als Grundsatzprinzip für Verrechnungspreise in Russland;
  • die Abschaffung der Bestimmung zum „sicheren Abstand“ (20% Abweichung der Preise von zu kontrollierenden Geschäften von den Marktpreisen, die vorher erlaubt war);
  • Erweiterung der Liste von Informationsquellen für die Bestimmung der Marktpreise;
  • formelle Einführung einer Funktionsanalyse als Faktor der Vergleichbarkeit;
  • Einführung neuer Methoden zur Bestimmung der Marktpreise, wie z.B. der Methode der vergleichbaren Rentabilität und der Methode zur Gewinnermittlung;
  • Einführung von Anforderungen an Buchführungsunterlagen sowie an Unterlagen zu Verrechnungspreisen;
  • Durchführung spezieller Prüfungen zu Verrechnungspreisen durch die Föderale Steuerbehörde;
  • Einführung eines Bußgelds für die Nichteinhaltung der Bestimmungen für das Erstellen von Dokumenten zu Verrechnungspreisen und der Rechnungslegung zu bestimmten Geschäften;
  • Einführung von einseitigen und mehrseitigen vorherigen Preisvereinbarungen für russische Unternehmen, die als größte Steuerzahler registriert sind.

Verfahren der konsolidierten Besteuerung

Zum 1. Januar 2012 wurde für russische Unternehmensgruppen das Verfahren der konsolidierten Besteuerung eingeführt.

Zu einer Gruppe können zwei oder mehr russische Gesellschaften gehören, bei denen die direkte oder indirekte Beteiligung eines Beteiligten am Grund-/Aktienkapital anderer Beteiligter nicht weniger als 90% beträgt. Um dieses Verfahren 2013 einzuführen und anzuwenden, müssen alle Beteiligten folgende Anforderungen erfüllen:

  • 2011 wurden mindestens 10 Millionen russische Rubel an Gewinnsteuern, Mehrwertsteuer, Verbrauchssteuern und Rohstoffförderungssteuer (RFS) gezahlt;
  • es wurde ein Umsatz von mindestens 100 Millionen russischen Rubel erwirtschaftet und
  • zum Stand vom 31. Dezember 2011 betrug der Gesamtwert der Aktiva mindestens 300 Milliarden russische Rubel.

Die Nutzung dieses Verfahrens bietet eine Reihe von Vorteilen. Erstens werden Geschäfte zwischen den Beteiligten nach dem Gesetz über Verrechnungspreise nicht kontrolliert (mit Ausnahme von Objekten, die mit einem Prozentsatz von RFS belegt werden). Zweitens ist für die Berechnung der Gewinnsteuer eine Aufrechnung der Einnahmen und Ausgaben der Beteiligten möglich.

Beiträge zur Sozialversicherungskasse

Ein jährliches Einkommen, das 568.000 russische Rubel (ungefähr 14.200 Euro) pro Arbeitnehmer nicht übersteigt, wird mit einem Satz von 30% besteuert. Ein zusätzlicher Satz in Höhe von 10% wird auf einen Jahreslohn angerechnet, der 568.000 russische Rubel pro Arbeitnehmer übersteigt. Für eine Vergütung ausländischer Arbeitnehmer, die sich vorübergehend in Russland aufhalten, die 568.000 russische Rubel nicht übersteigt, ist ein Beitrag zur Rentenversicherung in Höhe von 22% vorgesehen und es wird auch ein zusätzlicher Satz von 10% angerechnet, wenn der Vergütungsbetrag 568.000 russische Rubel übersteigt. Die einzige Ausnahme stellen HQFK dar (mit einer entsprechenden Arbeitserlaubnis) und Arbeitnehmer, die einen Arbeitsvertrag für weniger als sechs Monate abgeschlossen haben.

 
 

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